Nepomuk, der Koch

Geboren wurde ich im Frühsommer in einem kleinen Haus außerhalb der Stadtmauern Munichens als achtes Kind meiner Eltern. Mein Vater war ein einfacher Tagelöhner und meine Mutter die Dienstmagd eines reichen Kaufmanns.
Meine Kindheit verlief im Großen und Ganzen sehr unbeschwert, bis mein Vater ganz überraschend starb. Von da an war alles anders. Die meisten meiner Geschwister waren los gezogen um ihr Glück zu suchen, so machte auch ich mich auf die Reise. Auf der Handelsstraße die von Munichen nach Augsburg führte wurde ich bei dem Versuch ein Brot zu stehlen erfasst, doch das Schicksal meinte es noch mal gut mit mir und der Bäcker stellte mich in seine Dienste, um meine Schuld abzuarbeiten. So kam es, dass ich das Bäckerhandwerk erlernte. Ich folgte meinem Meister 10 Sommer lang. Als ich gerade auf einem Marktplatz versuchte mein Brot zu verkaufen, kam ein Bettler zu mir und wollte ein Buch gegen einen Laib Brot tauschen und irgendwie ließ ich mich auf diesen Tauschhandel ein, obwohl ich gar nicht lesen konnte. Und so machte ich mich wieder an die Arbeit. Als meinem Meister ein paar Tage später das Buch in die Hände fiel, erzählte er mir, dass es ein Kochbuch sei, es aus Venedig stamme und einem gewissen Fabiano gehöre. Nach kurzem Überlegen beschloss ich in den Süden zu reisen und das Buch seinem Besitzer zurückzugeben. Ich erreichte die Stadt Venedig nach einer anstrengenden Reise und machte mich sogleich auf die Suche. Zwei Tage später stand ich dann vor der Taverna, wo ich Fabiano endlich gegenüberstand. Überglücklich, dass er sein Buch wieder hatte, entschloss er sich mich in die Welt der Genüsse einzuweihen und somit erlernte ich auch das Kochen. Unsere Zeit war schön, doch nach ein paar Jahren erreichte mich die Nachricht, dass es meiner Mutter schlecht ginge. Ich machte mich auf den Weg, der wieder in meine Heimat führte. Nach Wochen, die ich für die Pflege meiner Mutter brauchte und die Gott sei Dank nicht vergebens war, führte mich mein Weg an den Mühlbach, der etwas östlich von Munichen lag. Als ich meine Geschäfte erledigt hatte gönnte ich mir noch einen Krug des dunklen Bieres in einer Taverna. Dort traf ich einen Jäger und ein Kräuterweib. Es stellte sich heraus, dass sie dem Volke des Drachen angehörten und so entschloss ich mich ihnen meine Dienste anzubieten und ich wurde der Koch von Populus Draconis.